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Bewundernswert und beachtenswert!!! Elektrizitätswerke Schönau: Vom Störfall zum Vorbild Der GAU in Tschernobyl war der Geburtshelfer der Elektrizitätswerke Schönau und die beweisen nun seit 25 Jahren, dass Energiewende geht. Am Anfang waren zunächst vor allem Betroffenheit und Ohnmacht angesichts des GAU und des radioaktiven Fallouts, der eben keine Grenzen respektierte. Verstrahlter Salat in den Vorgärten, radioaktiv belastete Milch, gesperrte Sandkästen und Spielplätze waren "eine Art Initialzündung", erinnerte EWS-Geschäftsführerin und Mitgründerin Ursula Sladek bereits vor fünf Jahren im BZ-Interview. Diese unmittelbaren Erfahrungen des vermeintlich nur theoretisch existierenden "Restrisikos", das sich so unversehens und spürbar in den Alltag drängte, stimulierte das Bedürfnis zu handeln, mehr zu tun als Strahlenbelastungen zu messen. "Ich will was machen", schilderte zum Beispiel Wolf-Dieter Drescher dieser Tage in einem Radiofeature im Deutschlandfunk sein Gefühl jener Tage. Text aus der Badischen Zeitung
gedruckte Ausgabe Lesen Sie den interessanten Beitrag von Michael Baas bitte hier weiter… Badische Zeitung Elektrizitätswerke
Schönau: Vom Störfall zum Vorbild Stadt Schönau CHRONIK: Initiative wird zum Versorger Die Entwicklung der Elektrizitätswerke Schönau und der unaufhaltsame Aufstieg einer Idee. Als Reaktion auf den GAU in Tschernobyl gründete sich 1986 in und um Schönau die Bürgerinitiative "Eltern für atomfreie Zukunft". Von 1990 an verschärfte sich der Konflikt zwischen den lokalen Atomstromrebellen, die zum Beispiel ökologisch sauberen Strom aus reaktivierten Wasserkraftwerken in das Netz einspeisen wollen, und dem örtlichen Netzbetreiber, den Kraftübertragungswerken Rheinfelden, die später in der Energiedienstgruppe aufgingen, und eine vorzeitige Verlängerung des Konzessionsvertrags anstrebten. Ein Ansinnen, dem damals sechs Stadträte der CDU und einer der SPD im Gemeinderat zur Mehrheit verhalfen. In Folge kam es 1991 zum ersten Schönauer Bürgerentscheid in Sachen Stromnetz, den die politisch vor allem bei den Freien Wählern verortete Bürgerinitiative mit rund 57 Prozent für sich entschied. 1994 gründete die bürgereignen Netzkauf-Initiative dann die Elektrizitätswerke Schönau und diese erhielten Ende 1995 vom Stadtrat die Konzession zur Stromversorgung. Diese Entscheidung versuchten die Gegner in einem zweiten Bürgerentscheid 1996 noch zu kippen, aber auch dieser Wahlgang endete bei einer Beteiligung von 85 Prozent mit 52,4 Prozent zugunsten der EWS und der hinter ihr stehenden Bürgerbewegung. 1997 über nimmt EWS dann als erster Netzbetreiber, der aus der Anti-Atombewegung entstand die Stromversorgung einer Gemeinde, bietet den Rebellenstrom nach der Liberalisierung des Strommarktes von 1999 an dann bundesweit an und erreichte 2007 die Schwelle von 50 000 Kunden. Inzwischen betreut EWS auch das Gasnetz in Schönau und seit Anfangdes Jahres 2011 auch die Stromnetze in Fröhnd, Wembach, Schönenberg und Tunau. Quelle: Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. von: Michael Baas 29. April 2011 ![]() ![]() ![]() |