Das Wunder des Schneeschuhs

1913 im Monte Rosagebiet gedrehter Film.
Erste Besteigung mit Skiern u. Kamera.
Kameramann der Freiburger Sepp Allgeier, 18 Jahre alt, und selbst ein sehr guter Skisportler.
Geistiger Kopf und Regisseur Arnold Frank. Jahre später entstand die Idee für einen neuen Berg-Skifilm.

Mit dem Dürftigen Fotomaterial der Nachkriegszeit und primitiver Kamera aber den besten deutschen Skiläufern wurde der erste Filmmeter am Seebuck 1920 gedreht.
Zu jener zeit beste Springer und Geländefahrer des Schwarzwaldes "Ernst Bader" in Haushöhe über die steile Seebuckwächte zum Feldsee hinunter sprang.
Wunderschöne Rauhreifbilder entstanden.

In Garmisch und Berneroberland wurde weitergedreht. Ein schnelles schwenken der Kamera war seinerzeit nicht möglich.
Mit noch immer rationierten Lebensmitteln sind sie auf 4000m Höhe gestiegen.
Franks Kauf einer Ernemannn-Zeitlupe verschlang das ganze Geld.
Nicht mal die UFA hatte solches Gerät.
4 Zentner schwer revolutionierte sie die Filmtechnik, denn sie war eine Erfindung zum Messen von Geschossgeschwindigkeiten, die 500 Bilder pro Sekunde enthüllte.

Zurück gründete Otto Tauern 1920 sofort die Berg und Sportfilmgesellschaft in Freiburg.
Zuhause wurde der Film zusammengeschnitten.
 Doch die Kinohäuser lehnten den Film ab.

Unter eigener Regie, im Freiburger Paulussaal uraufgeführt,
feierten sie dann die Premiere des Films.
Frank bediente die Vorführmaschine, Tauern kassierte,
Schneider wies Plätze an.
Die Besucher waren begeistert.
Dann kam der Film nach Berlin u. in die Welt.
In New York lief er gleich mehrere Wochen.
Die sportliche Leistung der Akteure rief eine explosionsartige Entwicklung
des Skilaufens hervor.
Die Sehnsucht nach der Winterwelt in den Bergen war nicht mehr aufzuhalten.

1923/24 gewann Sepp Allgeier die Schwarzwaldmeisterschaft im Skisprunglauf.

Es folgten weitere gute Winterfilme in den Jahren 1921 – bis 1940.
Als Kameramann bei den regiseuren Arnold Frank, Luis Trenker, Leni Riefenstahl,
Robert Lang und G.W.Papst.

Mit seiner Kamera Ariflex drehte er noch bis 19060 viele Natur und Kulturfilme am Kaiserstuhl und im Schwarzwald.

Sepp Allgeier - Der legendäre Kameramann

geboren: 6. Februar 1895 in Freiburg als Sohn eines Maurermeisters.
Seine bekanntesten Filme:
"Wunder des Schneeschuhs"  (1920)
„Die weiße Hölle am Piz Palü“ (1929)
„Stürme über dem Montblanc“ (1930)
„Berge in Flammen“ (1931)
„Der Rebell“ (1932)
„Triumph des Willens“ (1934)
„Sogar unsere Diva Leni Riefenstahl hielt auf Hütten und in großen Höhen tapfer mit den Männern durch. Sein Motto: „Bilder zu schaffen, die in Wirklichkeit zu schauen nur wenigen Sterblichen vergönnt ist.

Es ist ein prächtiger Wintertag am Feldberg, als das Leben des 16jährigen Sepp Allgeier eine unerwartete Wendung nimmt.
Wieder einmal glücklich, der verhaßten Bude entronnen zu sein, wo er langweilige Stoffmuster für Tapeten entwerfen muß, hat Sepp den ganzen Tag Sprunghügel am Baldberger Buck gebaut und ist auf Skiern runter Richtung Feldsee gesprungen.
Da trifft er bei der Abfahrt ins Tal den Mann, den seine Schwester geheiratet hat.

„Herr Gotthart, der Leiter der Express-Film, lud mich zu einem Viertele Heidelbeerwein in die Todtnauer Hütte ein. Keine fünf Minuten hat jene denkwürdige Verhandlung gedauert, ich schnallte meine Bretter an und war mit einem Schlag Operateur-Lehrling der Expressfilm-Co. Durch Zufall hatte ich, was ich wollte: einen Beruf im Freien.“ So erinnert sich Allgeier in seiner 1931 erschienenen Autobiographie.

Die Express-Film in Freiburg produziert die erste Wochenschau in Deutschland und schickt ihre Kameraleute in alle Welt. Der 17jährige Sepp dreht auf dem Balkan, er filmt die neuesten Luftschiffe – und natürlich den Kaiser. Beim Neujahrsempfang 1913 trägt er aus Mangel an geeigneter Kleidung zum vorgeschriebenen Frack und Zylinder kurze Hosen, was selbst den griesgrämigen Wilhelm zum Lachen bringt.

Im März 1913 erklimmt er zusammen mit drei Freiburger Freunden – unter anderem Arnold Fanck – nicht nur als erster Mensch den Monte Rosa auf Skiern, er dreht dabei auch den ersten Bergfilm der Welt.
Die Zermatter staunen nicht schlecht, als die vier Haudegen im Dorf auftauchen. Bei bissiger Kälte schleppen sie die schwere Kamera, das sperrige Stativ und ihre 40-Kilo-Rucksäcke die vereisten Steilhänge hoch zur Bétempshütte.
Das Plumpsklo der Hütte dient als Dunkelkammer, wo die Filme sauber eingelegt und Proben entwickelt werden.
Und dann ereilt die kühnen Mannen das Gipfelpech.
Im wichtigsten Moment friert das Öl in der Kamera ein, das Zelluloid reißt.
Im Ersten Weltkrieg muß Allgeier die fürchterlichsten Schauplätze fotografieren, auch das Grab seines Bruders Albert. Er wird später darüber kaum ein Wort verlieren.
So hält er es übrigens auch mit dem folgenden Krieg.

1919 zieht es ihn und Arnold Fanck wieder in die Alpen. Kein Abgrund, keine Gletscherspalte ist den Bergfilmpionieren zu gefährlich, um nicht die Kamera haarscharf am Rande zu postieren. Mit dem Fünf-Zentner-Kasten, der im Krieg zur Berechnung der Geschoßgeschwindigkeit gedient hat, filmt Allgeier die Skifahrer in Zeitlupe.

Der Film „Wunder des Schneeschuhs“ wird 1920 ein Welterfolg.

In New York ist er monatelang ausverkauft. Es sind vor allem die Städter, die darüber staunen, was man alles mit zwei Holzbrettern unter den Schuhen anfangen kann.
Monatelang lebt er im Winter auf Berghütten, um zusammen mit Fanck immer waghalsigere
Filme zu drehen, stets am Rande der Lebensgefahr.

 


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